Fritz Kreisler: Miniatures

Q-2603 - Fritz Kreisler - Miniatures for Violin and Piano - ALBUM COVER

  • Artist: Joji Hattori, Joseph Seiger
  • Release: 7. August 2026
  • Catalog No: Q-2603-2

Fritz Kreisler: Ein Wunderkind zwischen Wien und Paris

Joji Hattori, Violine
Joseph Seiger, Klavier

Fritz Kreisler wurde am 2. Februar 1875 in Wien geboren und zeigte schon als Kind außergewöhnliche musikalische Begabung. Mit erst sieben Jahren wurde er – jünger, als es die Statuten eigentlich erlaubten – am Wiener Konservatorium aufgenommen, wo er unter anderem bei Jacob Dont Violine und bei Anton Bruckner Musiktheorie studierte. Mit zehn Jahren schloss er sein Studium mit der Goldmedaille ab und wechselte anschließend an das Pariser Conservatoire, wo er bei Joseph Lambert Massart Violine und bei Léo Delibes Komposition lernte. Bereits mit zwölf Jahren gewann er dort den Premier Grand Prix – den höchsten Preis der Institution, ausgezeichnet vor Absolventen, die teils doppelt so alt waren wie er.
Im Alter von vierzehn Jahren debütierte Kreisler in den Vereinigten Staaten mit dem Boston Symphony Orchestra und ging anschließend mit dem Pianisten Moritz Rosenthal auf eine erfolgreiche Tournee durch Amerika. Nach seiner Rückkehr nach Wien überraschte er die Musikwelt jedoch mit einer Kehrtwende: Er legte die Geige vorerst beiseite, um Medizin zu studieren, beschäftigte sich mit Malerei in Paris und Rom und diente schließlich als Offizier im österreichischen Heer. Erst 1899 kehrte er als Konzertgeiger auf die Bühne zurück – und avancierte binnen weniger Jahre zu einem der gefeiertsten Virtuosen seiner Epoche, bekannt für seinen warmen, singenden Ton, sein ausdrucksstarkes Vibrato und einen eleganten, beinahe gesanglichen Vortragsstil, der bis heute als Maßstab violinistischer Klangkultur gilt.

Auf diesem Album widmet sich Joji Hattori gemeinsam mit dem Pianisten Joseph Seiger – langjährigem Klavierpartner des legendären Geigers Mischa Elman – in zwei zusammengeführten Programmen dem Schaffen Fritz Kreislers (1875–1962). Der Wiener Geiger und Komponist, selbst einer der bedeutendsten Virtuosen seiner Zeit, verband in seinen Miniaturen kunstvolle Melodik mit tänzerischer Leichtigkeit: von den weltberühmten Stücken „Liebesfreud“ und „Liebesleid“ über „Schön Rosmarin“ bis zu seinen raffinierten Pastiche-Kompositionen im Stil alter Meister.

Tracklist

1 Caprice Viennois op. 2
2 Serenade espagnole  (Chaminade, arr. Kreisler)
3 Marche miniature viennoise
4 Slawischer Tanz e-Moll op. 72 Nr. 2  (Dvořák, arr. Kreisler)
5 Preghiera  (im Stil von Martini)
6 La Gitana
7 Lotusland op. 47 Nr. 1  (Cyril Scott, arr. Kreisler)
8 Sicilienne und Rigaudon  (im Stil von Francoeur)
9 Lied ohne Worte  (Mendelssohn, arr. Kreisler)
10 Chant sans paroles op. 2 Nr. 3, aus „Erinnerung an Hapsal“  (Tschaikowsky, arr. Kreisler)
11 Liebesfreud  (aus: Drei alte Wiener Tanzweisen)
12 Liebesleid  (aus: Drei alte Wiener Tanzweisen)
13 Schön Rosmarin  (aus: Drei alte Wiener Tanzweisen)
14 Slawische Fantasie  (Dvořák, arr. Kreisler)
15 18. Variation über ein Thema von Paganini  (Rachmaninow, arr. Kreisler)
16 Serenade, aus „Frasquita“  (Lehár, arr. Kreisler)
17 Londonderry Air  (trad., arr. Kreisler)
18 Praeludium und Allegro  (im Stil von Pugnani)
19 Aucassin et Nicolette  (mittelalterliche Kanzonetta)
20 Tango op. 165 Nr. 2 „España“  (Albéniz, arr. Kreisler)
21 Mitternachtsglocken, aus „Der Opernball“  (Heuberger, arr. Kreisler)
22 Tambourin chinois op. 3
23 Danse espagnole, aus „La vida breve“  (de Falla, arr. Kreisler)
24 Humoreske G-Dur op. 101 Nr. 7  (Dvořák, arr. Kreisler)
25 Die tanzende Puppe  (Poldini, arr. Kreisler)
26 Chanson Louis XIII und Pavane  (im Stil von Louis Couperin)
27 Variationen über ein Thema von Corelli  (im Stil von Tartini)
28 Melodie, aus „Orphée et Eurydice“  (Gluck, arr. Kreisler)
29 Ballettmusik Nr. 2, aus „Rosamunde“  (Schubert, arr. Kreisler)
30 Andantino  (im Stil von Martini)
31 Polichinelle
32 Serenade espagnole  (Glasunow, arr. Kreisler)
33 Mazurka a-Moll op. posth.  (Chopin, arr. Kreisler)
34 Lied des indischen Gastes, aus „Sadko“  (Rimsky-Korsakow, arr. Kreisler)
35 Malagueña
36 Menuett  (im Stil von Porpora)
37 Aubade provençale  (im Stil von Louis Couperin)
38 Allegretto  (im Stil von Boccherini)
39 Tambourin, aus „Les fêtes d’Hébé“  (Rameau, arr. Kreisler)
40 Rondino über ein Thema von Beethoven
41 Marsch der Spielzeugsoldaten
42 Slawischer Tanz g-Moll op. 72 Nr. 1  (Dvořák, arr. Kreisler)
43 Tanz der jungen Mädchen op. 48  (Friml, arr. Kreisler)
44 Synkopierung
45 Der alte Refrain  (nach „Der liebe Augustin“ von Johann Brandl, arr. Kreisler)

 

Über Joji Hattori
Joji Hattori, Intendant des Wiener Opernsommers Belvedere, erfreut sich einer sehr breitgefächerten Karriere als Künstler. Er ist nicht nur bekannt als Dirigent und Geiger, sondern auch als Entrepreneur von neuen, innovativen Projekten. Auch widmet er sich zunehmend der Unterstützung junger Musiktalente.

Joji Hattori wurde 1969 in Japan geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Wien. Dort prägten regelmäßige Opern- und Konzertbesuche sowie unzählige Hausmusikabende mit führenden Wiener Musikern seine musikalische Entwicklung. Er studierte Geige an der Wiener Musikhochschule unter Rainer Küchl, später setzte er seine Studien bei Yehudi Menuhin und Vladimir Spivakov fort. 1989 gewann er den Internationalen Menuhin Violin-Wettbewerb in England. Nach einem Jahrzehnt solistischer Tätigkeit nahm er 2002 am ersten Lorin Maazel Dirigenten-Wettbewerb in New York teil, bei dem er einen der Hauptpreise gewann; ein wichtiger Bestandteil dieses Preises war die Möglichkeit, über zwei Jahre intensiv mit Lorin Maazel zu studieren.

2004-2017 war Joji Hattori Ständiger Gastdirigent, 2018-2024 Erster Gastdirigent des Wiener KammerOrchesters, mit dem er auf zahlreichen Tourneen in über 20 Ländern aufgetreten ist. Zudem war er 2015 – 2019 Erster Gastdirigent und Ko-Intendant des Balearischen Symphonieorchesters (Palma de Mallorca). Als Gastdirigent leitete Hattori zahlreiche bedeutende Orchester, darunter das Philharmonia Orchestra London, die Wiener Symphoniker, die Slowakische Philharmonie, das Düsseldorfer Symphonieorchester oder viele führende Symphonieorchester in Japan.

Als Operndirigent debütierte Hattori 2004 an der Kammeroper Wien mit Mozarts La Finta Giardiniera. 2007 bis 2008 war er Erster Kapellmeister am Theater Erfurt und 2009 bis 2021 Chefdirigent und Musikalischer Leiter des Open-Air Opern-/Operettensommerfestivals in Kittsee. 2009 dirigierte er an der Wiener Staatsoper drei Aufführungen der Zauberflöte. Wiederholt arbeitete er auch am New National Theatre Tokyo, dem ersten Opernhaus Japans.

Zusätzlich zu seiner Konzerttätigkeit ist Joji Hattori Präsident der Musica Juventutis Österreich, Vizepräsident des Internationalen Menuhin Violinwettbewerbs und seit 2003 Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Darüber hinaus studierte er Sozialanthropologie an der Universität Oxford (St. Antony College) und widmet sich der Forschung im Bereich der nationalen Identitäten. Seit 2015 ist er auch Betreiber von Shiki, einem exklusiven japanischen Restaurant in Wien.

 

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