W. A. Mozart: Violin Concertos

Q-2604 - Joji Hattori - London Mozart Players - Mozart Violinkonzerte - DIGITAL COVER

  • Artist: Joji Hattori, London Mozart Players
  • Release: 7. August 2026
  • Catalog No: Q-2604-2

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonia Concertante & Violin Concertos 3 and 4

 

Joji Hattori, Violine und Dirigent
Thomas Riebl, Viola
London Mozart Players

 

Für seine Einspielung der Mozart-Violinkonzerte übernahm Joji Hattori gemeinsam mit den London Mozart Players – dem ältesten Kammerorchester Englands – die Doppelrolle als Solist und Dirigent. Im Zentrum stehen die beiden Salzburger Konzerte Nr. 3 G-Dur KV 216 und Nr. 4 D-Dur KV 218, die Mozart in seinem „Wunderjahr“ 1775 im Alter von neunzehn Jahren komponierte, sowie die vier Jahre später entstandene Sinfonia concertante Es-Dur KV 364 für Violine, Viola und Orchester, in der ihm der österreichische Bratschist Thomas Riebl, Gründungsmitglied des Wiener Streichsextetts, zur Seite steht.

Die fünf Violinkonzerte Mozarts entstanden alle innerhalb weniger Monate des Jahres 1775 in Salzburg, wo der junge Komponist als Konzertmeister der Hofkapelle wirkte. Während die ersten beiden Konzerte noch Anklänge an den ausgehenden Spätbarock erkennen lassen, markiert das Konzert Nr. 3 G-Dur KV 216 einen deutlichen stilistischen Reifeschritt: Das Orchester gewinnt größere Freiheit, die Bläser treten erstmals eigenständig hervor, und der langsame Satz zählt zu den lyrisch schönsten Seiten im gesamten Œuvre. Das Konzert Nr. 4 D-Dur KV 218 wiederum ist ein Werk der Kontraste – einem lebhaften, an Marschmusik erinnernden Kopfsatz folgt ein introspektives Andante cantabile, bevor ein tänzerisches Rondo mit höfischem Charme den Schlusspunkt setzt. Die 1779 entstandene Sinfonia concertante KV 364 gilt als Höhepunkt der Gattung: Mozart, dem es hier keineswegs um bloße virtuose Schaustellung ging, verbindet einen kraftvollen ersten Satz mit einem der bewegendsten langsamen Sätze seines gesamten Schaffens – einem c-Moll-Andante von großer Innerlichkeit – und einem mitreißenden, beschwingten Finale.

Aufgenommen im Dezember 1999 in der All Saints Church im Londoner Stadtteil Tooting, zeichnet sich Hattoris Interpretation durch einen nachdenklichen, undogmatischen Zugang zu Mozarts jugendlichen Meisterwerken aus – einer, der den langsamen Sätzen viel Raum zum Atmen lässt, ohne an innerer Spannung zu verlieren. Zeitgenössische Kritiker beschrieben seinen Zugang treffend als „Musik der Nuancen“.

 

Über Joji Hattori

Joji Hattori, Intendant des Wiener Opernsommers Belvedere, erfreut sich einer sehr breitgefächerten Karriere als Künstler. Er ist nicht nur bekannt als Dirigent und Geiger, sondern auch als Entrepreneur von neuen, innovativen Projekten. Auch widmet er sich zunehmend der Unterstützung junger Musiktalente.

Joji Hattori wurde 1969 in Japan geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Wien. Dort prägten regelmäßige Opern- und Konzertbesuche sowie unzählige Hausmusikabende mit führenden Wiener Musikern seine musikalische Entwicklung. Er studierte Geige an der Wiener Musikhochschule unter Rainer Küchl, später setzte er seine Studien bei Yehudi Menuhin und Vladimir Spivakov fort. 1989 gewann er den Internationalen Menuhin Violin-Wettbewerb in England. Nach einem Jahrzehnt solistischer Tätigkeit nahm er 2002 am ersten Lorin Maazel Dirigenten-Wettbewerb in New York teil, bei dem er einen der Hauptpreise gewann; ein wichtiger Bestandteil dieses Preises war die Möglichkeit, über zwei Jahre intensiv mit Lorin Maazel zu studieren.

2004-2017 war Joji Hattori ständiger Gastdirigent, 2018-2024 Erster Gastdirigent des Wiener Kammerorchesters, mit dem er auf zahlreichen Tourneen in über 20 Ländern aufgetreten ist. Zudem war er 2015 – 2019 Erster Gastdirigent und Ko-Intendant des Balearischen Symphonieorchesters (Palma de Mallorca). Als Gastdirigent leitete Hattori zahlreiche bedeutende Orchester, darunter das Philharmonia Orchestra London, die Wiener Symphoniker, die Slowakische Philharmonie, das Düsseldorfer Symphonieorchester oder viele führende Symphonieorchester in Japan.

Als Operndirigent debütierte Hattori 2004 an der Kammeroper Wien mit Mozarts La Finta Giardiniera. 2007 bis 2008 war er Erster Kapellmeister am Theater Erfurt und 2009 bis 2021 Chefdirigent und Musikalischer Leiter des Open-Air Opern-/Operettensommerfestivals in Kittsee. 2009 dirigierte er an der Wiener Staatsoper drei Aufführungen der Zauberflöte. Wiederholt arbeitete er auch am New National Theatre Tokyo, dem ersten Opernhaus Japans.

Zusätzlich zu seiner Konzerttätigkeit ist Joji Hattori Präsident der Musica Juventutis Österreich, Vizepräsident des Internationalen Menuhin Violinwettbewerbs und seit 2003 Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Darüber hinaus studierte er Sozialanthropologie an der Universität Oxford (St. Antony College) und widmet sich der Forschung im Bereich der nationalen Identitäten.

Seit 2015 ist er auch Betreiber von Shiki, einem exklusiven japanischen Restaurant in Wien.

Über Thomas Riebl
Thomas Riebl wurde 1956 in Wien geboren und studierte Viola bei Siegfried Führlinger, später bei Peter Schidlof und Sándor Végh. Bereits mit sechzehn Jahren debütierte er im Wiener Konzerthaus. Von 1972 bis 1979 war er Mitglied des Wiener Schubert-Quartetts, mit dem er 1974 den Ersten Preis beim Wettbewerb der Europäischen Rundfunkunion in Stockholm gewann, bevor er sich bis 2004 dem Wiener Streichsextett anschloss und mit diesem international konzertierte, unter anderem bei den Salzburger und den Wiener Festwochen sowie beim Edinburgh Festival. 1982 wurde er beim Internationalen Naumburg-Violawettbewerb in New York mit dem Ersten Preis und dem Ernst-Wallfisch-Gedächtnispreis ausgezeichnet, nachdem er zuvor bereits bei internationalen Wettbewerben in München und Budapest reüssiert hatte. Seit 1983 ist Riebl Professor für Viola an der Universität Mozarteum Salzburg.

Als Solist trat er mit renommierten Orchestern wie dem Chicago Symphony Orchestra, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Wiener Symphonikern auf, unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Horst Stein, Edo de Waart und Andrew Davis. Zu seinen Kammermusikpartnern zählten unter anderem Jessye Norman, Heinz Holliger, Sabine Meyer, András Schiff und Gidon Kremer. Seine Diskografie umfasst u. a. das Album „1919“ mit Werken von Bloch, Clarke und Hindemith sowie die Brahms-Lieder op. 91 gemeinsam mit Brigitte Fassbänder und Irwin Gage.

Über die London Mozart Players
Die London Mozart Players wurden 1949 von dem Geiger und Dirigenten Harry Blech gegründet – ursprünglich, um der Pianistin Dorothea Braus die Aufführung zweier Mozart-Klavierkonzerte zu ermöglichen – und gelten bis heute als das älteste durchgehend bestehende Kammerorchester Großbritanniens. Ihre Chefdirigenten reichten von Harry Blech selbst (1949–1984) über Jane Glover (1984–1992) bis zu Matthias Bamert, der das Orchester zum Zeitpunkt dieser Aufnahme leitete (1992–2000); es folgten unter anderem Andrew Parrott und Gérard Korsten, seit 2015 steht Howard Shelley an der Spitze des Ensembles. Der ausgezeichnete Ruf der London Mozart Players, insbesondere für Aufführungen des klassischen Repertoires, reicht weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus.

Das Orchester tourt regelmäßig durch die bedeutendsten Konzertsäle Europas, der USA und Japans und blickt auf eine umfangreiche, vielfach ausgezeichnete Diskografie zurück. Seit 2014 werden die London Mozart Players in einzigartiger Weise vollständig von den eigenen Orchestermitgliedern geleitet – künstlerisch wie organisatorisch – und zählen damit zu den innovativsten Klangkörpern Großbritanniens.

PROGRAMM
Sinfonia concertante Es-Dur KV 364
Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216
Violinkonzert Nr. 4 D-Dur KV 218

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